Die Friedensdenkschrift ist eindeutig ein Rückschritt
9. Januar 2026, von Marianne Mettjes
Theologie statt Realpolitik? Für den mennonitischen Friedenstheologen Fernando Enns greift das aktuelle EKD-Dokument zu kurz. Im Interview mit reformiert. erklärt er, warum ihm die theologische Tiefe fehlt. Hier ein Ausschnitt :
Die EKD-Friedensdenkschrift wird kontrovers diskutiert. Wie beurteilen Sie das Dokument?
Ich bin ziemlich entsetzt. Zwar hatte ich von der Stossrichtung über meine ökumenischen Beziehungen schon vorher gehört. Doch als das Dokument vorlag, hat es mich doch bestürzt: Die Friedensdenkschrift ist eindeutig ein Rückschritt.
Warum?
Zwar versucht das Dokument, noch immer am ökumenischen Leitbild des gerechten Friedens anzuknüpfen. Dieses Leitbild hatten wir im Weltkirchenrat entwickelt, in dem ja auch die EKD Mitglied ist. Und da gab es einen Konsens, dass es in der Friedensethik nicht länger allein um die Frage gehen darf, wann Krieg vielleicht doch legitim sein kann – obwohl wir das Evangelium des Friedens im Neuen Testament haben, die biblischen Visionen von Schalom und wir wissen, dass wir nicht töten dürfen und unsere Feinde lieben sollen. Im ÖRK waren wir uns einig, dass in der Friedensethik das Bemühen viel stärker auf die Friedensbildung mit gewaltfreien Mitteln ausgerichtet sein muss. Die neue EKD-Friedensdenkschrift stellt stattdessen die Frage: Wie hältst Du es mit dem Militär, und was ist, wenn der Aggressor vor der Tür steht?
Das vollständige Gespräch finden Sie unter: https://reformiert.info/de/politik/lals-kirchen-muessen-wir-die-realpolitische-friedenslogik-des-evangeliums-einbringenr-25481.html

