Interdisziplinäre Tagung: "Imagination und Pflicht. Zur Normativen Dimension der Zukunft" vom 28. bis zum 30. Mai 2026 in Hamburg
8. April 2026, von Luke Becker

Foto: UHH/von Sass
Das Institut für Systematische Theologie richtet von Donnerstag, dem 28. Mai, bis zum Samstag, den 30. Mai 2026, in der Edmund‐Siemers‐Allee 1, Flügelbau West, Raum 221 unter der Leitung von Prof. Dr. Hartmut von Sass und Michel Steinfeld die interdisziplinäre Tagung "Imagination und Pflicht. Zur Normativen Dimension der Zukunft" aus.
Für die Zukunft sollten wir uns schon deshalb interessieren, weil wir den Rest unseres Lebens in ihr verbringen werden. Wir verhalten uns demnach nicht einfach zu ihr, sondern tun dies in einer Weise, die Indifferenz weithin auszuschließen scheint. Zur bloßen Faktizität des Zukunftsbezug gesellen sich demnach (starke?) Wertungen, die mit dieser Relation einhergehen. Bestimmte Zukünfte wären folglich zu vermeiden, andere gelten (für wen?) als verheißungsvoll. Neben dieser faktischen und evaluativen Ebene kommt eine mögliche dritte hinzu. Sie betrifft die Frage, wie wir uns im Blick auf konkrete Szenarien auf Zukunft auszurichten haben. Auf dieser normativen – nicht unbedingt stets moralischen – Ebene sind wir mit Ansprüchen (gegenüber) ‚der‘ Zukunft konfrontiert. Die Tagung konzentriert sich auf diese dritte Ebene – etwa mit folgenden Fragen:
• Wie kann diese normative Dimension der Zukunft – als Quelle, Grund, Gegenstand – genauer beschrieben werden?
• In welchen „sozialen Systemen“ – Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, usw. – treten solche Normen als Pflichten, Ansprüche, Anforderungen in besonderer Weise auf?
• Sind diese Pflichten gebunden an grundlegende Orientierungen wie etwa Religionen, die bestimmte Vorstellungen eines Bezugs zur Zukunft schon mit sich führen?
• Da Zukunftsrelationen wohl oft eine affektive Komponente beinhalten, fragt sich, ob eine derartige Pflicht überhaupt sinnvoll eingeklagt werden kann?
BENEDIKT BRUNNER, Privatdozent für Kirchengeschichte an der Johannes Gutenberg‐Universität Mainz
CHRISTINE HENTSCHEL, Professorin für Soziologie der Sicherheit und Resilienz an der Universität Hamburg.
LUCIAN HÖLSCHER, Professor em. für Neuere Geschichte und Theorie der Geschichte an der Ruhr‐Universität Bochum.
JAKOB HUBER, Privatdozent für Praktische Philosophie und Leiter der Nachwuchsforschergruppe „Democratic Hope“ an der FU Berlin.
MARIUS T. MJAALAND, Professor für Religionsphilosophie an der Universität Oslo.
PETER NIESEN, Professor für Politische Theorie an der Universität Hamburg.
JULIANE REBENTISCH, Professorin für Philosophie an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.
ALEXANDRA SCHAUER, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialforschung, Frankfurt a.M.
VEITH SELK, Vertretung der Professur für Politikwissenschaft an der Universität Vechta.
MICHEL STEINFELD, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Systematische Theologie der Universität Hamburg.
HARTMUT VON SASS, Professor für Systematische Theologie mit den Schwerpunkten Dogmatik und Religionsphilosophie an der Universität Hamburg.
Donnerstag. 28. Mai
15∶00 – 15∶30 Hartmut von Sass, „Imagination und Pflicht. Einleitung“
15∶30 – 16∶30 Lucian Hölscher, „Die Zukunft und die Normen der Zeitlichkeit“
16∶45 – 17∶45 Benedikt Brunner, „Zukunft im Schatten der Säkularisierung. Protestantische Deutungen seit den 1960er Jahren und ihre normativen Implikatio‐ nen“
18∶00 – 19∶00 Alexandra Schauer, „Hoffnungslos Un‐ zufrieden. Zukunftsverlust als Krise der Gegenwart“
Freitag. 29. Mai
10∶00 – 11∶00 Jakob Huber, „Demokratie und die Krise der Hoffnung“
11∶30 – 12∶30 Peter Niesen, „Scham und Demokratie“
15∶00 – 16∶00 Christine Henschel, „Pflichtwechsel: Vom Retten der Welt zum Vorbereiten auf den Kol‐ laps“
16∶15 – 17∶15 Michel Steinfeld, „Weltenuntergänge – Zur Normativität einer aussterbenden Zukunft“
17∶30 – 18∶30 Marius T. Mjaaland, „Das Prinzip Zu‐ kunftsverantwortung. Globale Kippunkte, Unsicher‐ heit und das allzumenschliche Versagen“
Samstag. 30. Mai
10∶00 – 11∶00 Veith Selk, „Imaginative Demokra‐ tie. Überlegungen zur Grünen Politischen Theo‐ rie im Anthropozän.“
11∶30 – 12∶30 Juliane Rebentisch, „Das Ende der Dystopie“
Anschließend kurze Abschlussdiskussion

