Univ.-Prof. Dr. Stefanie Burkhardt

Juniorprofessorin für Interkulturelle Theologie und Religionswissenschaft
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Dienstag 14-16 Uhr (mit vorheriger Anmeldung per E-Mail)
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Schwerpunkte
- Religion und Literatur
- Theorien und Methoden der Religionswissenschaft
- Wissens- und Wissenschaftsgeschichte der Religion(en)
- Postkoloniale Religionswissenschaft, Religionswissenschaft nach dem Postkolonialismus
- Indische Religionsgeschichte im Kontakt mit Europa mit Nordamerika
- Der Spectral Turn in den Kulturwissenschaften
- „Traditionelle Afrikanische Religionen“
- Religionen der afrikanischen Diaspora
- Esoterik und „alternative Religionen“
Akademischer Werdegang
Seit 03/2026 Juniorprofessorin für Interkulturelle Theologie und Religionswissenschaft am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg
10/2024-02/2026 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
04/2023-09/2024 Forschungskoordinatorin an der DFG Kollegforschungsgruppe—Erlangen: Alternative Rationalitäten und esoterische Praktiken in globaler Perspektive (CAS-E) https://cas-e.de
10/2016–03/2023 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)
12/2022 Verteidigung der Dissertationsschrift an der FAU Erlangen-Nürnberg
Titel: „Religion Erzählen. Mircea Eliades religionswissenschaftliches und literarisches Doppelwerk“
2021 – 2023 Mentee bei ARIADNEphil – Mentoring‐Programm der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie der FAU Erlangen‐Nürnberg
01/2014 – 12/2016 Doktorandin am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) Berlin
04/2011 – 03/2013 Studium des Elitestudiengangs „Ethik der Textkulturen“ (Master of Arts) an der FAU Erlangen-Nürnberg
10/2010 – 03/2011 Auslandssemester am Tamil Nadu Theological Seminary, Madurai (Indien), fachlicher Schwerpunkt: Social Analysis
10/2007 – 03/2012 Studium der Religionswissenschaft und Germanistik (Bachelor of Arts) an der FAU Erlangen-Nürnberg
10/2006 – 09/2007 Studium der Religionswissenschaft und Germanistik (B.A.) an der Universität Potsdam
Publikationen
Monographien
- Religion Erzählen. Mircea Eliades religionswissenschaftliches und literarisches Doppelwerk. Zugl. Diss. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 2022. Paderborn, Brill | Fink 2024.
Herausgaben
- Andreas Nehring: Kultur – Macht – Religion. Berlin, Transcript 2026. (mit Claudia Jahnel und Simon Wiesgickl)
- Verwandlungen. Vom Über-Setzen religiöser Signifikanten in der Moderne. Festschrift für Andreas Nehring. Stuttgart, Kohlhammer 2018. (mit Simon Wiesgickl)
In Arbeit
- The Politics of Authenticity in Esoteric Practices. Alternative Rationalities and Religious Practices in a Global Perspective vol. 2. Leiden, Brill 2026. (mit Raquel Romberg)
Aufsätze & Essays
- Upcoming: Mircea Eliade and the Multiple Entanglements in the History of Religions. A Critical Exploration. In: Müller, Dominik/Nehring Andreas/Romberg, Raquel (Hg.): Alternative Rationalities and Religious Practices in a Global Perspective vol. 1. Leiden, Brill 2025.
- „…and we have fallen apart“: Vom Zerfallen, Verschieben und Aushandeln von Grenzen in Chinua Achebes Things Fall Apart. In: Klaus Hock, Claudia Jahnel und Klaus-Dieter Kaiser (Hg.): Mission in Film und Literatur. Band 2: Grenzüberschreitungen: Plots – Akteur:innen – Kontexte. Veröffentlichungen der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie (VWGTh), 72. Leipzig, Evangelische Verlagsanstalt 2024. S.167–176.
- Zur Einführung: Über die Verwandlung der Religion. In: Burkhardt / Wiesgickl (Hg.): Verwandlungen. 2018. S. 9–13. (mit Simon Wiesgickl)
- Something Strange in the Neighborhood – Zur ‚Wiederkehr der Religion‘ als Heimsuchung. In: Burkhardt / Wiesgickl (Hg.): Verwandlungen. 2018. S. 41–44.
- Religion. Vertrautes fremdes Wort – Bestandsaufnahme zur Begriffsgeschichte. In: Schmieder, Falko / Töpfer, Georg (Hg.): Wörter aus der Fremde. Begriffsgeschichte als Übersetzungsgeschichte. Berlin, Kulturverlag Kadmos 2017. S. 187–192.
- Das Heilige und das Phantastische. Religionswissenschaftlicher Exotismus in der indienbezogenen Literatur Mircea Eliades. In: Lörke, Tim/ Walter-Jochum, Robert (Hg.): Religion und Literatur im 20. und 21. Jahrhundert: Motive, Sprechweisen, Medien. Göttingen, V&R Unipress 2015. S. 405–422.
- Orientalismus im Spiegel. Der Swami und sein Turban. in: Kutschbach, Christine / Schmieder, Falko (Hg.): Von Kopf bis Fuß. Bausteine zu einer Kulturgeschichte der Kleidung. Berlin, Kulturverlag Kadmos, 2015. S. 189–194.
Handbuchartikel
- Mircea Eliade: Das Heilige und das Profane. Vom Wesen des Religiösen (1957). In: Gärtner, Christel / Pickel, Gert (Hg.): Schlüsselwerke der Religionssoziologie. Wiesbaden, Springer VS 2019. S. 211–220.
- Postkolonialismus. In: Weidner, Daniel (Hg.): Metzler Handbuch Religion und Literatur. Stuttgart, J.B. Metzler 2016. S. 69–74. (mit Simon Wiesgickl)
Rezensionen und Bericht
- Tagungsbericht: The Role of Islam and Christianity in Public Space. Perspectives from Indonesia and Germany, Münster, 26.–28. September 2025. Published in: CIBEDO-Beiträge 4 / 2025, p.173-175.
- Christa Morgenrath, Eva Wernecke (Hg): Neue Töchter Afrikas. 30 Stimmen. Übersetzt von Aminata Cissé Schleicher und Eleonore Wiedenroth-Coulibaly, Unrast Verlag 2023. In: Jahrbuch Mission 2024.
- Kocku von Stuckrad: The Scientification of Religion. An Historical Study of Discursive Change 1800-2000 (Boston/Berlin: De Gruyter, 2014). in: Zeitschrift für Religionswissenschaft (ZfR) 25 (1) 2017. S. 159–162.
- Moshe Idel: Mircea Eliade. From Magic to Myth (New York 2014). in: Zeitschrift für Religionswissenschaft (ZfR) 23 (2) 2015. S.405–410.
Weitere
- Mitarbeit bei: Spivak, Gayatri Chakravorty: Kritik der postkolonialen Vernunft. Hin zu einer Geschichte der verrinnenden Gegenwart. Hg. v. Nehring, Andreas / Feldmann, Doris. Aus dem Englischen übersetzt und eingeleitet von Böhm-Schnitker, Nadine / Feldmann, Doris / Gabel-Cunningham, Barbara / Krug, Christian / Nehring, Andreas. Unter Mitarbeit von Burkhardt, Stefanie / Crane, Kylie / Nunius, Sabine. Stuttgart, Kohlhammer 2014.
Mitgliedschaften
- Deutsche Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW)
- Arbeitskreis Esoterik der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW)
- Arbeitskreis Afrika der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW)
- Wissenschaftliche Gesellschaft für Theologie, Sektion Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie
Aktuelles Forschungsprojekt
Gespenster Afrikas – Gespenster Europas
Eine post-eurozentrische Kulturtheorie des Untoten
Das Projekt untersucht in einer vergleichenden Perspektive das, was man als „Figuren des Untoten“ bezeichnen kann, d. h. menschliche Wesen, die einmal lebendig waren, dann gestorben sind und nun in irgendeiner Weise an der Welt der Lebenden teilnehmen und dort erfahren werden. Tradition, Literatur und religiöse Ontologien und Praktiken in vielen Teilen der Welt kennen solche Erfahrungen, sie erzählen Geschichten darüber und finden mehr oder weniger ritualisierte Wege, um mit ihnen umzugehen. Ich interessiere mich besonders für westafrikanische Traditionen des Zusammenlebens mit den Toten, die durch den transatlantischen Sklavenhandel gereist sind und sich auf sinnvolle Weise verändert haben. Dies betrifft Figuren wie den Ahnengeist, den ogbanje/abiku (Geisterkind) oder den Zombie, die alle nicht nur in Westafrika, sondern auch in der afrikanischen Diaspora und darüber hinaus von Bedeutung sind.
Paul Gauguin: Spirit of the Dead Watching (1892). Oil on canvas, 116.05 × 134.62 cm (45.6 × 53 in). Albright Knox Art Gallery, Buffalo, New York
© Paul Gauguin, Public domain, via Wikimedia Commons
Meine spezifische Forschungsperspektive auf diese Erzählungen und Praktiken ermöglicht es, unser Verständnis von analogen Phänomenen in der „westlichen Esoterik“ wie Nekromantie, Spiritismus und anderen zu erweitern und zu bereichern. Ein wichtiges Ziel des Projekts ist die „Provinzialisierung“ (Chakrabarty) der europäischen Kulturtheorien, die dem so genannten „Spectral Turn“ angehören, indem sie ihren Horizont über das Gespenst und den Poltergeist hinaus erweitern und die realen Erfahrungen der Menschen ernst nehmen, anstatt das Gespenst auf eine bloße Metapher zu reduzieren.