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SUMMARY:Die stille Pandemie
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DESCRIPTION:Prof. Dr. Michaela Lackner, Institut für Hygiene und medizinischen Mikrobiologie, Medizinische Universität Innsbruck\n---\nWas macht eigentlich eine Mikrobiologin/Mykologin?\nEine Mikrobiologin/Mykologin erforscht Mikro-organismen und Pilze – insbesondere Bakterien, Hefen und Schimmelpilze – und untersucht ihren Aufbau, ihre Vermehrung, ihre Genetik sowie ihre Auswirkungen auf Mensch, Tier, Pflanzen und Umwelt. Sie arbeitet überwiegend im Labor, analysiert Proben mithilfe kultureller, mikroskopischer und molekularbiologischer Verfahren und entwickelt neue Methoden zum Nachweis, zur Charakterisierung und zur Bekämpfung dieser Organismen. Im medizinischen und infektiologischen Kontext trägt die Mikrobiologin/Mykologin dazu bei, Pilz- und andere Mikrobeninfektionen zu diagnostizieren, ihre Resistenzmechanismen zu verstehen und Grundlagen für neue therapeutische Strategien und Präventionsmaßnahmen zu schaffen. Ihre Arbeit ist interdisziplinär und reicht von der Grundlagenforschung zur Biologie der Mikroorganismen über angewandte Fragestellungen in Klinik, Umwelt- und Lebensmittelforschung bis hin zur Beratung von Institutionen und zur Ausbildung von Studierenden und Fachpersonal\nWas sind derzeit die bestimmenden Themen?\nDerzeit bestimmende Themen in der medizinischen Mykologie sind die zunehmenden invasiven Pilzinfektionen, die rasant wachsende antifungale Resistenz, der One-Health-Ansatz mit der Verzahnung von Umwelt-, Veterinär- und Humanmedizin sowie der Aufbau interdisziplinärer Programme wie MYCOS und OHASIS zur systematischen Bearbeitung dieser "stillen Pandemie". Im Bereich der Pilzerkrankungen ist die "stille Pandemie" der Mykosen und antifungalen Resistenzen ein Dauerbrenner: Weltweit nimmt die Zahl invasiver und lebensbedrohlicher Pilzinfektionen bei immunsupprimierten und kritisch kranken Patient:innen zu, während gleichzeitig zentrale Wirkstoffklassen – insbesondere Azole – zunehmend an Wirksamkeit verlieren. Diese Entwicklung betrifft vor allem Erreger wie Candida auris, azolresistente Aspergillus fumigatus‑Stämme und weitere prioritäre Pathogene, die von der WHO als besonders relevant eingestuft wurden. Im Unterschied zu früheren Jahrzehnten sind die heutigen Herausforderungen wesentlich komplexer und reichen von der Aufklärung neuer Resistenzmechanismen über das Management von Ausbrüchen in Klinik und Gemeinschaft bis hin zum Verständnis der Rolle von Klimawandel und globalen Umweltveränderungen für das Auftreten und die geografische Verschiebung von Pilzinfektionen.\nDer Vortrag wird daher Einblicke und Ausblicke zur antifungalen Resistenz geben: von der klinischen Realität über die Selektionsräume in Umwelt und Landwirtschaft bis hin zu neuen Wegen, antifungale Resistenzen interdisziplinär wirksamer begegnen zu können.\nÖffentliche Vorlesung im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens\nInfektionskrankheiten im FokusVon neuen Ansätzen zu besseren Therapien?Infektionskrankheiten gehören zu den größten Herausforderungen für Medizin, Wissenschaft und Gesellschaft. SARS-CoV-2, COVID-19 und ihre Folgen haben erneut vor Augen geführt, wie fragil das menschliche Leben ist. Die Entwicklung wirksamer Arzneimittel und Impfstoffe hat dabei eindrucksvoll gezeigt, welche Bedeutung die biomedizinische Forschung für die Bewältigung globaler Gesundheitskrisen besitzt.\nGleichzeitig hat die Pandemie zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse hervorgebracht, unter anderem in den Bereichen der mRNA-Technologie, der Aerosol-Übertragung, postinfektiöser Syndrome und der Pandemie-Vorsorge. Dennoch machen aktuelle Entwicklungen deutlich, dass weiterhin erheblicher Forschungsbedarf besteht. Schlagzeilen wie „Wenn Antibiotika nicht mehr helfen“ (2024), „Wenn Viren ungebetene Dauergäste werden“ (2024) oder „Krankenhauspilz Candidozyma auris breitet sich aus“ (2025) verdeutlichen die anhaltende Relevanz der Infektionsforschung.\nVor diesem Hintergrund widmet sich die Ringvorlesung der Frage, welche neuen Ansätze und Strategien zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten entwickelt werden und welche Erkenntnisse sie für den zukünftigen Umgang mit diesen Erkrankungen liefern können. Sie bietet Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten und zeigt auf, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Entwicklung innovativer Lösungsansätze beiträgt.\nForschende aus verschiedenen Fachgebieten – von der Strukturbiologie über die molekulare Biologie, die pharmazeutische Biologie, die medizinische Chemie, die klinische Pharmazie und die Präklinik bis hin zur Klinik – stellen ihre Forschung vor und präsentieren aktuelle Ansätze zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten.\nmittwochs, 17:00 - 18:00 Uhr, Martin-Luther-King-Platz 6, Hörsaal BKoordination: Prof. Dr. Louisa Temme / Prof. Dr. Sebastian Wicha, beide Institut für Pharmazie, Universität Hamburg\n
LOCATION:Universität Hamburg, Fachbereich Chemie, Martin-Luther-King-Platz 6, 20146 Hamburg, Hörsaal B
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