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Institut für Missions-, Ökumene- und Religionswissenschaften
(Interkulturelle Theologie/weltweites Christentum
und Religionswissenschaft)
In Hamburg ist die Disziplin „MÖR“ nicht nur mit einem eigenen Institut vertreten, sondern kommt auch in den Studien- und Prüfungsordnungen des Fachbereichs, des Lehramtsstaatsexamens und der Nordelbischen Kirche vor.
Wofür steht dieses Fach?
Interkulturelle Theologie / weltweites Christentum:
- Theologie und christliche Existenz weltweit sollen in ihren jeweiligen Kontexten außerhalb Europas, insbesondere in der „nichtwestlichen“ Welt wahrgenommen und verstanden werden. Die Interaktionen des Christlichen mit seinem sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen, religiösen und Kontext sollen als Prozesse im Rahmen interkultureller Kommunikation verstanden werden. Sie werden durch die Geschichte hindurch und in ihren gegenwärtigen Ausprägungen gesehen und gewürdigt sowie ins Verhältnis zu den anderen Orten und Räumen religiösen und sozialen Verhaltens gesetzt.
- Insofern fächert sich das Fach Interkulturelle Theologie / weltweite Christenheit auf in die Beschäftigung mit der Geschichte der Ausbreitung des Christentums in südlichen Kontinenten, die z.T., etwa in ihrer Verbindung mit kolonialistischen Eroberungen, einer sehr kritischen Aufarbeitung bedarf, in die Geschichte und Analyse missionstheologischer Konzepte und in die Beschäftigung mit theologischen Ideen in der weltweiten Ökumene.
- Dieser Wahrnehmungs- und Verstehensvorgang kann nur interdisziplinär unter Anwendung von ethnologischen, soziologischen, politologischen, kulturanthropologischen und anderen kulturwissenschaftlichen Methoden und in Kooperation mit entsprechenden FachkollegInnen angemessen vollzogen werden.
- Hinzu kommt die Erforschung und Auseinandersetzung mit der ökumenischen Bewegung, d.h. der Bewegung der weltweiten Kirchen und unterschiedlichen christlichen Konfessionen hin auf mehr Gemeinsamkeit, Überwindung von Trennung und gemeinsames Handeln. Dieses Anliegen hat sich für die nichtkatholischen Kirchen 1948 in der Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) mit Sitz in Genf kristallisiert, so dass christliche Geschichte im Vor- und Umfeld des ÖRK und seiner Aktivitäten ein Bestandteil der Disziplin Ökumenewissenschaft ist.
- Die kritische Anfrage an die im „Westen“ getriebene Theologie, insbesondere an die deutsche Theologie als ebenfalls inter- und transkulturell und kontextuell geprägtes Denken und Handeln wird hier gestellt.
Religionswissenschaft:
- Die Religionswissenschaft beschäftigt sich mit den Religionen, d.h. sie nimmt wahr und analysiert das sich als religiös verstehende Verhalten und Kommunizieren von Menschen in den unterschiedlichsten Traditionen und Orientierungen. Dabei werden sowohl „volksreligiöse“, primale religiöse Phänomene, die zumeist den „Weltreligionen“ vorausliegen, aber auch in sie hineinwirken, einbezogen als auch die großen „Weltreligionen“ sowie schließlich neue religiöse Bewegungen, die in der jüngeren Neuzeit entstanden sind. Die Religionswissenschaft ist interdisziplinär angelegt und arbeitet insbesondere mit den Regionalwissenschaften im Asien-Afrika-Institut als auch mit Ethnologie und Volkskunde zusammen.
- In Hamburg wird die Begegnung mit Anhängern anderer Religionen in das Studium einbezogen, d.h. interreligiöser Dialog und seine wissenschaftliche Reflexion werden als Bestandteil von Forschung und Lehre betrieben, und es werden entsprechend regelmäßig Veranstaltungen dazu angeboten. Es gibt zu diesem Bereich eine enge Zusammenarbeit mit der Akademie der Weltreligionen.
Religionswissenschaft ist Bestandteil der Arbeit des Instituts MÖR und der Studiengänge Ev. Theologie (Magister/Diplom, Pfarramt) und Ev. Religion (Lehramt), sie kann aber seit dem Wintersemester 2008/09 auch als eigenständiger Bachelor-Studiengang im Haupt- oder Nebenfach studiert werden.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Das Fach wurde seit seiner Gründung 1954 zunächst durch die je alleinigen Lehrstuhlinhaber Walter Freytag, Jan Hermelink und Hans Jochen Margull vertreten.
Seit 1980 war das Institut in zwei Bereiche aufgeteilt und mit zwei Professuren ausgestattet, zuletzt seit 1980 Professor Dr. Olaf Schumann (Religions- und Missionswissenschaft), emeritiert 2004, und seit 1987 Professor Dr. Theodor Ahrens (Globales Christentum: Missions- und Ökumenewissenschaften), emeritiert 2005. Einstweilen verblieben ist eine Professur für alle Bereiche des Instituts, derzeit besetzt mit Professor Dr. Ulrich Dehn.
Als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Promotionsprojekt ist Patrick Ehmann tätig, als Dozent wirkt Dr. Ludwig Schleßmann, als Privatdozent Dr. habil. Klaus Schäfer, im Geschäftszimmer Andrea Ehlers, u.a. mit Fremdsprachenkompetenz (Schwerpunkt Englisch und Spanisch).
Es besteht eine enge Verbindung zur Missionsakademie, deren Vorstandsvorsitzender Prof. Dehn ist.
In der Lehre wird das Institut dankenswerter Weise u.a. durch die Studienleiter der Missionsakademie, Dr. Michael Biehl und Prof. Dr. Werner Kahl, unterstützt sowie durch weitere Lehrbeauftragte.
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